Erfolg ist kein gerader Weg – Warum Rückschläge dein Karriere-Turbo sein können
Von Dr. Marie-Theres Thiell und Dr. Martina Rudy
Erfolgsgeschichten werden meist als gradlinige Aufstiege erzählt – glatt, makellos, ohne Umwege. Doch die Realität sieht anders aus: Schlaglöcher, scharfe Kurven und Gegenwind prägen den Weg nach oben. Wer in Führung gehen will, braucht nicht nur Glanz, sondern vor allem Krisenfestigkeit. Denn oft sind es gerade die Rückschläge, die uns stärker machen und unerwartete Chancen eröffnen. Wie macht man aus vermeintlichem Scheitern eine Erfolgsstory? Hier sind unsere wichtigsten Learnings.
Wenn die Chemie nicht mehr stimmt: Der Mut zum Cut
Martina erinnert sich noch gut an ihre Zeit als Kommunikationschefin in einem Großkonzern: „Entscheidend ist das Vertrauen zum Vorstand. Wechselt der Vorsitzende und passt es menschlich einfach nicht mehr, spürt man das schnell.“ Viele von uns versuchen in solchen Momenten, die Dinge „auf die Reihe zu kriegen“ – obwohl sie längst verloren sind. Doch manchmal ist es klüger, loszulassen. Martina gab ihre Position auf und wechselte operativ innerhalb des Konzerns. Was sich zunächst wie eine Niederlage anfühlte, wurde zu einem enormen Wachstumsschub. Ein Rückschlag ist oft nur das Ende eines Weges, der ohnehin nicht mehr zu dir passte.
Das Frühwarnsystem: Deine persönliche Absicherung
Marie-Theres weiß, wie wichtig „gute Antennen“ sind. Als ihre Funktion in einer Umstrukturierung wegfiel, war sie vorbereitet. „Bevor die Entscheidung offiziell verkündet wurde, hatte ich meinen Plan B bereits in der Tasche – und mit den richtigen Leuten gesprochen.“ Wer gut vernetzt ist, hört das Gras wachsen und kann agieren, bevor er nur noch reagieren kann. Der Schlüssel? Akzeptiere die harten Fakten, statt dir die Situation schönzureden. Ein starkes Netzwerk ist wie ein Frühwarnsystem – es gibt dir den nötigen Vorsprung, um proaktiv zu handeln.
Resilienz: Zwischen Emotion und professioneller Distanz
Besonders Frauen neigen dazu, berufliche Rückschläge sehr persönlich zu nehmen. Wird der Verantwortungsbereich beschnitten, folgen oft Empörung und Selbstzweifel. Doch Gerechtigkeit ist im Wirtschaftsleben leider selten ein Kriterium. Stattdessen gilt: Schütteln, aufstehen, Krönchen richten.
Unser Rat: Entwickle ein „dickes Fell“. Wenn die Emotionen hochkochen, nimm dir kurz Zeit, um durchzuatmen. Gewinne Abstand, kehre souverän zurück – und lass dich nicht von Momenten der Schwäche definieren. Emotionen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Leidenschaft. Doch sie gehören nicht an den Verhandlungstisch.
Krisenmanagement: Sichtbarkeit ist alles
Ob eine regulatorische Krise in Ungarn oder ein totaler Stromausfall im Münsterland – wir beide haben extreme Stressphasen erlebt. In solchen Momenten zählt Präsenz. Eine Führungskraft gehört in der Krise zum Team, nicht ins Homeoffice. Sei vor Ort, greifbar und verknüpfe die fachliche Lösung eng mit der Kommunikation. Versprich nichts, was die Fachabteilung nicht halten kann, aber erkläre das „Warum“ hinter deinen Entscheidungen.
Dein Support-System: Profis statt Familie
Wenn es brennt, brauchen wir Sparringspartner. Doch Vorsicht: Die eigene Familie kann die „Unternehmensgeschichten“ irgendwann nicht mehr hören. Investiere stattdessen in professionelle Hilfe. Ein Coach oder externer Berater ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern ein Zeichen von Professionalität. Er hilft dir, „vom Baum runterzukommen“ und den Boden der Tatsachen wieder zu betreten.
Was junge Führungskräfte aus Krisen mitnehmen können
Ein Rückschlag ist nicht das Ende – oft entsteht daraus etwas viel Größeres. Erkenne, wann es nicht weitergeht, und habe immer einen Plan B in der Tasche. Suche dir ein stützendes Umfeld: Sparringspartner auf Augenhöhe, auch außerhalb der Hierarchie. Gemischte Netzwerke sind besonders wertvoll, denn sie bieten neue Perspektiven. Und vor allem: Führung ist ein Marathon. Finde deinen individuellen Ausgleich – ob beim Joggen um 5:30 Uhr oder beim Power-Walking mit psychologischer Begleitung. Ohne körperliche Leistungsfähigkeit schwindet auch die mentale Souveränität.
Unser Fazit: Krisen geben uns „breite Schultern“. Wer einmal eine existenzielle Herausforderung gemeistert hat, gewinnt eine Standfestigkeit, die man in keinem Seminar der Welt lernen kann. Die Frage ist nicht, ob du scheiterst – sondern was du daraus machst.
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